{"id":50,"date":"2007-10-29T12:21:41","date_gmt":"2007-10-29T11:21:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ccpeine.de\/?p=50"},"modified":"2009-10-31T17:33:19","modified_gmt":"2009-10-31T16:33:19","slug":"welches-linux-fuer-wen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ccpeine.de\/?p=50","title":{"rendered":"Welches Linux f\u00fcr wen ?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Immer wieder tritt gerade bei Interessierten die Frage auf: &#8222;Welches Linux soll ich denn nun nehmen ?&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Aus diesem Grunde m\u00f6chte ich einmal die unterschiedlichen Linux-Varianten beleuchten. In meiner langj\u00e4hrigen Erfahrung als Linuxer sowohl im<strong> professionellen beruflichen<\/strong> als auch <strong>privaten Bereich<\/strong> habe ich unz\u00e4hlige Linux-Varianten kennen gelernt. Diese lassen sich grob katalogisieren.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p><strong>Wichtig zu verstehen: Das Wesen von Linux<\/strong><\/p>\n<p>Linux ist ein System, welches durch Konfigurationsdateien gesteuert wird. Alle Konfigurationsdateien befinden sich im Format ASCII, so da\u00df jeder normaleText-Editor f\u00fcr die Pflege gen\u00fcgt. Der Editor, der auf <strong>jedem<\/strong> Linux oder Unix-System zu finden ist, hei\u00dft &#8222;<strong>vi<\/strong>&#8222;.<br \/>\nEs ist daher sinnvoll, diesen bedienen zu k\u00f6nnen. <strong>Linux ist von Haus aus nicht gedacht, grafisch konfiguriert zu werden, auch wenn das immer wieder von manchen Distributoren suggeriert wird.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Der Vergleich<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hinweis: Ich beziehe mich hierbei <span style=\"text-decoration: underline;\">nicht<\/span> auf die Applikationen, da diese bei allen Distributionen identisch sind, sondern <span style=\"text-decoration: underline;\">ausschlie\u00dflich<\/span> auf die Installation, Konfiguration und Pflege der unterschiedlichen Distributionen.<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><strong>Gruppe 1: Livefilesysteme<\/strong><\/p>\n<p>Die einfachsten Linux-Installationen sind sog. &#8222;<strong>Livefilesysteme<\/strong>&#8222;. Hierbei wird einfach von der CD gestartet, und ein Script ausgef\u00fchrt, welches dann die komplette Installation \u00fcbernimmt. Der Enduser muss sich um gar nichts mehr k\u00fcmmern, alle Konfigurationen sind bereits vorgefertigt.<\/p>\n<p><strong>Vorteil:<\/strong> Einfache Installation (Handbuch nutzlos), wenig Aufwand, schnelles Erfolgserlebnis<\/p>\n<p><strong>Nachteil:<\/strong> Kein Lernfaktor, wenig Optimierungsm\u00f6glichkeiten, bei Problemen \u00fcberfordert, gibt keine bzw. wenig Information aus, was tats\u00e4chlich geschieht, Computer l\u00e4uft langsamer gegen\u00fcber einer echten Installation. Freiheit ist stark eingeschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p><strong>Zielgruppe:<\/strong> Anwender, die ohne Nachdenken rumklicken wollen (try and error) und sich auch sonst keine weiteren Gedanken machen wollen.<br \/>\n<strong><br \/>\nVertreter:<\/strong> Ubuntu (mit Unterarten), Knoppix, Sidux, DSL, Xandros, Linspire etc. sowie alle installierbaren Livefilesysteme<\/p>\n<p><strong>Gruppe 2: Enduser orientierte Desktop Linuxe.<\/strong><\/p>\n<p>Diese Gruppe beinhaltet alle Linux-Distributionen, die durch grafische Werkzeuge so f\u00fcr den Enduser vorbereitet wurden, dass die einzelnen Steuerdateien nicht mehr sichtbar sind. Die Konfiguration und Installation funktioniert komplett grafisch, der Anwender muss sich mit dem <strong>grafischen Tool auskennen<\/strong>, aber nicht verstehen, wie Linux funktioniert. S\u00e4mtliche Aktivit\u00e4ten werden durch die grafische Oberfl\u00e4che verschleiert. Der Endnutzer kann allerdings die meisten Konfigurationen anpassen. Diese Distributionen werden haupts\u00e4chlich unter gro\u00dfem Zeitdruck von kommerziellen Firmen vertrieben.<br \/>\n<strong><br \/>\nVorteil: <\/strong>Einfache Installation ohne Handbuch m\u00f6glich, einfache Anpassung von Konfigurationen, schnelles Erfolgserlebnis<\/p>\n<p><strong>Nachteil:<\/strong> Lernfaktor gering, da aufgrund distributionsabh\u00e4ngiger grafischer Tools nur auf eine bestimmte Distribution beschr\u00e4nkt.<br \/>\nVerschleierung der tats\u00e4chlichen Vorg\u00e4nge. Enduser ist oftmals hilflos, wenn Tools versagen oder nicht die M\u00f6glichkeiten zum Finetuning geben. Enduser ist abh\u00e4ngig von einer kommerziellen Firma. Ab und zu schwere M\u00e4ngel, je nach Firma. Freiheit eingeschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p><strong>Zielgruppe:<\/strong> Neulinge, die nicht viel \u00fcberlegen wollen. Firmen, da kommerzieller Support geleistet wird.<\/p>\n<p><strong>Vertreter:<\/strong> OpenSuSE (Novell), SLES, RHEL, RedHat, Mandriva<\/p>\n<p><strong>Gruppe 3: Fortgeschrittenen-Linuxe<\/strong><\/p>\n<p>Diese Gruppe beinhaltet alle Linuxe, die unabh\u00e4ngig von grafischen Werkzeugen sind (wie Yast, Drax oder linuxconf). Der gr\u00f6\u00dfte Teil dieser Distributionen wurde privat entwickelt und zusammengestellt. Sie sind ausnahmslos kostenlos verf\u00fcgbar und<strong> repr\u00e4sentieren das &#8222;echte&#8220; Linux-Feeling.<\/strong><br \/>\nDie Qualit\u00e4t dieser Distributionen ist allgemein sehr hoch (mit wenigen Ausnahmen). Die Pflege findet meist in der Kommandozeile statt, was bedeutet, da\u00df das Erlernen von Shell-Kommandos also recht wichtig ist. Daf\u00fcr wird einem aber auch die M\u00fche mit einem System gedankt, <strong>das tut was man will, und NUR das, was man will.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Vorteil:<\/strong> Lernfaktor hoch. Enduser hat volle Kontrolle \u00fcber das System. Unabh\u00e4ngig von irgendwelchen Firmen. L\u00e4uft gr\u00f6\u00dftenteils schneller und stabiler als kommerzielle Systeme. Finetuning m\u00f6glich. Sehr gute Dokumentation. Gro\u00dfe Freiheit !<\/p>\n<p><strong>Nachteil:<\/strong> Installation aufw\u00e4ndiger. Handbuch muss gelesen werden. S\u00e4mtliche Konfigurationen m\u00fcssen selbst bearbeitet werden. Enduser ist im Entscheidungszwang. Erfolgsfaktor erst auf l\u00e4ngere Sicht sichtbar.<\/p>\n<p><strong>Zielgruppe:<\/strong> Anf\u00e4nger und Fortgeschrittene mit dem Willen, Linux wirklich zu verstehen. Serveradministratoren oder solche, die es werden wollen. Firmen, die entweder Support einkaufen wollen, aber auch Firmen, die selber ihre Server pflegen wollen.<\/p>\n<p><strong>Vertreter:<\/strong> Debian, Trustix, FreeBSD, Slackware<\/p>\n<p><strong>Gruppe 4: Hardcore-Linux<\/strong><\/p>\n<p>Diese Gruppe sind Linuxe und Unices, die <strong>nicht f\u00fcr den Anf\u00e4nger gedacht<\/strong> sind. Tiefgehendes Linuxwissen ist erforderlich, insbesondere der <strong>sichere Umgang in der Shell<\/strong>. Diese Linuxe sind sehr spartanisch aufgebaut und zweckorientiert. Optimale Ergebnisse erh\u00e4lt man hier nur, wenn man das ganze System schon im Vorfeld bedenkt. Die Konfiguration ist teilweise aufw\u00e4ndig, so m\u00fcssen teilweise Konfigurationsdateien erst erstellt werden. Bei diesen Systemen ist NICHTS voreingestellt. Bedeutet: <strong>Was man nicht selbst konfiguriert hat, geht auch nicht.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Vorteil:<\/strong> Hochsicheres System. Volle Kontrolle \u00fcber das System. Extremer Lernfaktor. Super Dokumentation.<\/p>\n<p><strong>Nachteil:<\/strong> Installation ohne Handbuch so gut wie unm\u00f6glich. Sehr aufw\u00e4ndige Installation und Pflege. Tief gehendes Hintergrundwissen notwendig. <strong>Nicht geeignet f\u00fcr Anf\u00e4nger. <\/strong><\/p>\n<p><strong>Zielgruppe:<\/strong> Linux\/Unix Hardcorer und Systemadministratoren. Linux-Fortgeschrittene, mit dem Willen zur Weiterbildung. Sicherheitsspezialisten (Firewall-Admins), Netzwerktechniker im Sicherheitsbereich.<\/p>\n<p><strong>Vertreter: <\/strong>OpenBSD, FreeBSD, NetBSD, LFS<\/p>\n<p>Diese kurze und sehr grob gehaltene Zusamenfassung ist nat\u00fcrlich keineswegs vollst\u00e4ndig und mangelhaft. Sie sollte nur verdeutlichen, welche Profile es im groben und ganzen gibt. Welche Distribution man letztendlich f\u00fcr sich pers\u00f6nlich w\u00e4hlt, ist eine Sache des eigenen (Lern)-Willens und der Erwartungen.<\/p>\n<p><strong>Meine pers\u00f6nliche (und komprim\u00dflose) Meinung:<\/strong><\/p>\n<p>1. Wer keinen Bock hat, zu lernen und zu verstehen: <strong>Ubuntu<\/strong> oder <strong>Knoppix<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ullrich-IT-Consult<\/strong><em><strong> <\/strong><\/em><em><strong>hat entschieden, <\/strong><\/em><em><strong>hierf\u00fcr <\/strong><\/em><em><strong>leider <span style=\"text-decoration: underline;\">keinen<\/span> Support <\/strong><\/em><em><strong>anzubieten.<\/strong><\/em><\/p>\n<p>2. Wer <strong>firmenabh\u00e4ngigen<\/strong> Support bevorzugt <span style=\"text-decoration: line-through;\">(sich von einer Firma abh\u00e4ngig machen will)<\/span>: <strong>OpenSuSE, SLES<\/strong> oder <strong>RHEL<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ullrich-IT-Consult<\/strong><em><strong> bietet hierf\u00fcr Support an, jedoch ausschlie\u00dflich bei Installation, Konfiguration und Wartung!<br \/>\n<\/strong><\/em><\/p>\n<p>3. Wer wirklich etwas lernen und verstehen m\u00f6chte, <strong>und\/oder <span style=\"text-decoration: underline;\">zus\u00e4tzlich<\/span> kommerziellen Support<\/strong> w\u00fcnscht: <strong>Debian, OpenBSD, FreeBSD<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ullrich-IT-Consult<\/strong><em><strong> entwickelt auf Basis dieser Systeme seine ma\u00dfgeschneiderten L\u00f6sungen f\u00fcr Sie! <span style=\"text-decoration: underline;\">Voller Support<\/span> garantiert!!!<\/strong><\/em><\/p>\n<p>4. Wer Linux verstanden hat und eine neue Herausforderung sucht: <strong>OpenBSD, FreeBSD, NetBSD<\/strong> oder <strong>LFS <\/strong><\/p>\n<p><strong>Ullrich-IT-Consult<\/strong><em><strong> bietet f\u00fcr diese speziellen Systeme ebenfalls kommerziellen Support an &#8211; allerdings mit etwas eingeschr\u00e4nktem Leistungsumfang. Aus diesem Grunde bitte ich um vorheriger Absprache. Vielen Dank!<br \/>\n<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em><strong><br \/>\n<\/strong><\/em><\/p>\n<p>F\u00fcr weitere Fragen wenden Sie sich einfach gern jederzeit direkt an mich, entweder per E-Mail oder Telefon.<\/p>\n<p>Hans-J. Ullrich (Ullrich-IT-Consult, admin)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immer wieder tritt gerade bei Interessierten die Frage auf: &#8222;Welches Linux soll ich denn nun nehmen ?&#8220; Aus diesem Grunde m\u00f6chte ich einmal die unterschiedlichen Linux-Varianten beleuchten. In meiner langj\u00e4hrigen Erfahrung als Linuxer sowohl im professionellen beruflichen als auch privaten Bereich habe ich unz\u00e4hlige Linux-Varianten kennen gelernt. 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