{"id":54,"date":"2007-11-05T13:31:34","date_gmt":"2007-11-05T12:31:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ccpeine.de\/?p=54"},"modified":"2009-03-15T15:16:51","modified_gmt":"2009-03-15T14:16:51","slug":"coole-software-livefilesysteme-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ccpeine.de\/?p=54","title":{"rendered":"Coole Software: Livefilesysteme"},"content":{"rendered":"<p>Was ist ein &#8222;<strong>Livefilesytem<\/strong>&#8220; ? <strong>Livefilesysteme<\/strong> (kurz <strong>LFS<\/strong>) sind Betriebssysteme, die man nicht installieren muss, sondern die von einem fremden Medium im Speicher des jeweiligen Computers laufen. Eines der bekanntesten Systeme ist das ber\u00fchmte &#8222;<strong>Knoppix<\/strong>&#8220; welches urspr\u00fcnglich von Klaus Knopper f\u00fcr Unterrichtszwecke entwickelt wurde.<\/p>\n<p>LFS zeigen einige Unterschiede gegen\u00fcber einer echten Installation. Sie haben zwar einige Nachteile, aber eine Menge unsch\u00e4tzbarer Vorteile.<br \/>\n<!--more--><br \/>\n<strong>Vorteile<\/strong><br \/>\nZuallererst ist da die schnelle Verf\u00fcgbarkeit zu erw\u00e4hnen. CD oder DVD reinlegen, von dieser booten, fertig. Alle Anwendungen sind sofort einsatzbereit. Das ist schon mal nicht schlecht.<\/p>\n<p>Zum Zweiten sind LFS meist f\u00fcr bestimmte Aufgaben optimiert. So gibt es LFS speziell f\u00fcr den Desktopeinsatz, als Server, f\u00fcr Minimalsysteme, zur Netzwerkanalyse, als Gateway, als Telefonanlage, als Firewall, Rettungssystem usw. usw. Der M\u00f6glichkeiten sind keine Grenzen gesetzt.<br \/>\nLFS gibt es f\u00fcr Linux (meist Debian basiert), Unix (meist FreeBSD oder OpenBSD basiert) und sogar f\u00fcr MS-Windows (Ja, richtig geraten MS-Windows basiert)<\/p>\n<p>LFS eignen sich auch hervorragend, um sich schnell einen \u00dcberblick \u00fcber Anwendungen zu schaffen.<\/p>\n<p>Wichtig ist auch zu wissen: LFS laufen ausschliesslich im Speicher des PC, dabei fasst es jedoch die Festplatte nicht an. Sollte dieses dennoch gew\u00fcnscht sein (z.B. wenn ein versierter Anwender Daten von der Festplatte ben\u00f6tigt), so kann der Anwender bestimmte H\u00fcrden umgehen und dennoch auf die Festplatte zugreifen. Einige LFS (z.B. Knoppix, Kanotix und Sidux) bieten das Nachstarten von spezieller Software an (siehe <a href=\"http:\/\/klik.atekon.de\">http:\/\/klik.atekon.de<\/a>)<\/p>\n<p><strong>Nachteile<\/strong><br \/>\nDa das gesamte System von CD oder DVD laufen muss, mu\u00df nat\u00fcrlich alles auf eine CD oder DVD passen. Daher ist es sinnvoll, entsprechend gew\u00fcnschte Programme vorher auszuw\u00e4hlen. LFS laufen aber auch von USB-Stick (wie zum Beispiel Damnsmalllinux) oder SD-Karten.<\/p>\n<p>Ein weiterer Nachteil ist die im Vergleich zur Festplatte geringere Zugriffsgeschwindigkeit. Diese hat jedoch nicht immer unbedingt oberste Priorit\u00e4t und kann bei bestimmten Anwendungen auch nicht unbedingt relevant sein.<\/p>\n<p>Nicht zu verschweigen ist ebenfalls, dass individuelle Einstellungen (z.B. Netzwerkeinstellungen, Passw\u00f6rter, Konfigurationen etc. ) nach einem Neustart verloren sind und immer wieder neu eingegeben werden m\u00fcssen. Einige LFS bieten jedoch an, diese Variablen auf einer Diskette oder USB-Stick zu speichern, um sie beim n\u00e4chsten Neustart verf\u00fcgbar zu haben. Das SuSE-LFS legt daf\u00fcr eine 100MB grosse Datei auf der Festplatte an (Was ich pers\u00f6nlich nicht so gut halte, weil Angreifer darin Programmcode verstecken k\u00f6nnten). Diese Datei kann allerdings nach Gebrauch einfach unter Windows gefahrlos gel\u00f6scht werden.<\/p>\n<p>Die Unver\u00e4nderbarkeit der einmal gebrannten Konfigurationen kann aber auch ein Vorteil sein, insbesondere bei Anwendungen, bei denen gerade das nicht gew\u00fcnscht ist: z.B. Firewalls, Sicherheitsserver, Telefonanlagen o.\u00e4. Dingen, die sich nie ver\u00e4ndern (sollen).<\/p>\n<p>Einige LFS bieten Scripte an, das LFS auf die Festplatte zu installieren und es dann als &#8222;echtes&#8220; Linux zu benutzen. Diese Installation hat jedoch Nachteile, so sind signifikante Geschwindigkeitsunterschiede gegen\u00fcber einer echten Installation zu bemerken und die Auswahl von Paketen und Programmen, die nicht gew\u00fcnscht sind, kann nicht beeinflusst werden. <\/p>\n<p>Einige LFS (wie z.B. &#8222;Knoppicilin&#8220; der Zeitschrift C&#8217;t) bieten Virenscanner mit an. Auch Windows-BartsPE-LFS hat dieses im Angebot, allerdings habe ich feststellen m\u00fcssen, dass es oftmals nicht m\u00f6glich ist, mit diesem LFS (BartsPE) den Virus zu eliminieren. Da nat\u00fcrlich ein Windows l\u00e4uft, verschiebt sich ein intelligenter Virus bei jedem L\u00f6schversuch dynamisch in irgendwelche Verzeichnisse und l\u00e4sst sich daher nicht eliminieren. Ein weiterer Nachteil von BartsPE: Auch auf einige Dateien, die das Windows normalerweise sperrt, l\u00e4sst sich auch kein Zugriff mit BartsPE erreichen. Mit einem Linux basierten LFS ist das nat\u00fcrlich m\u00f6glich ! <\/p>\n<p><strong>Herstellung<\/strong><br \/>\nDie Herstellung eines LFS ist mittlerweile recht einfach. Es gibt unter Linux und Windows mittlerweile passende Scripte, die die Herstellung eines LFS auch f\u00fcr den Anf\u00e4nger vereinfachen. Windows-Anh\u00e4nger haben es hier etwas schwerer, da die Scripte zwar das LFS herstellen, jedoch nicht die zugeh\u00f6rigen Applikationen. F\u00fcr zus\u00e4tzliche Applikationen muss mit recht viel Aufwand von Hand nachgearbeitet werden. Die meisten LFS unter Windows fu\u00dfen auf die Kombination von Windows XP und Barts-PE. Generell sollte aber auch ein Windows2003 als LFS m\u00f6glichsein (ungetestet). Warum ist das unter Windows so schwierig ? Ist doch logisch, kommerzielle geheime Software ist so zu benutzen wie sie ist, wenn Du was ver\u00e4ndern willst, Pech f\u00fcr Dich ! Das ist halt der Nachteil, den man als Windowser in Kauf nehmen muss.<\/p>\n<p>Unter Linux mit seiner offenen Struktur und offenen Lizenzen ist es wesentlich einfacher. Da hier nichts Geheimnisvolles passiert und alle Informationen offen und verf\u00fcgbar sind, ist es f\u00fcr die Entwickler wesentlich einfacher, Scripte nicht nur f\u00fcr das Betriebssystem, sondern auch f\u00fcr die installierten Applikationen zu erstellen. Im Grunde sind also folgende Schritte unter Linux notwendig:<br \/>\nInstallation eines Linux (am Besten ist ein Debian geeignet, da es am h\u00e4ufigsten als Basis f\u00fcr ein LFS genutzt wird) und der zugeh\u00f6rigen Applikationen. Applikationen nach Wunsch anpassen, Scripte f\u00fcr die Generierung des LFS-ISO-Images starten, das erstellte ISO-Image brennen, fertig.<\/p>\n<p>Aus diesen o.g. Gr\u00fcnden sind die meisten LFS auch Linux basiert: Die Herstellung ist einfacher und (was viel wichtiger ist) die Applikationen d\u00fcrfen frei kopiert und verteilt werden.<\/p>\n<p><strong>Sonstiges<\/strong><br \/>\nDie meisten Admins haben eine gute Sammlung von LFS f\u00fcr unterschiedliche Aufgaben zur Hand. Auch f\u00fcr die unterschiedlichen Aufgaben und Kundenl\u00f6sungen in meinem Unternehmen benutze ich recht viele verschiedene LFS, die ich teilweise selbst erstellt habe oder aber bereits vorgefertigt waren. Jedes meiner LFS ist f\u00fcr eine bestimmte Aufgabe optimiert, sei es nun Datenrettung, Netzwerkanalyse, Security-Checks usw. Nat\u00fcrlich nimmt ein LFS einem die Arbeit und das notwendige Hintergrundwissen nicht ab, aber mithilfe eines LFS hat man das passende Werkzeug immer schnell zur Hand. Und genau das ein unschlagbarer Vorteil eines LFS !<\/p>\n<p>Hans-J. Ullrich (CCPeine-Team)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was ist ein &#8222;Livefilesytem&#8220; ? Livefilesysteme (kurz LFS) sind Betriebssysteme, die man nicht installieren muss, sondern die von einem fremden Medium im Speicher des jeweiligen Computers laufen. Eines der bekanntesten Systeme ist das ber\u00fchmte &#8222;Knoppix&#8220; welches urspr\u00fcnglich von Klaus Knopper f\u00fcr Unterrichtszwecke entwickelt wurde. LFS zeigen einige Unterschiede gegen\u00fcber einer echten Installation. Sie haben zwar [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[37],"tags":[36],"class_list":["post-54","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-betriebssysteme","tag-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ccpeine.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/54","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ccpeine.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ccpeine.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ccpeine.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ccpeine.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=54"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.ccpeine.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/54\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ccpeine.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=54"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ccpeine.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=54"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ccpeine.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=54"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}