{"id":81,"date":"2008-04-07T16:54:13","date_gmt":"2008-04-07T15:54:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ccpeine.de\/?p=81"},"modified":"2009-06-30T12:13:13","modified_gmt":"2009-06-30T11:13:13","slug":"fundstueck-des-monats-artikel-linux-ist-nicht-windows","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ccpeine.de\/?p=81","title":{"rendered":"Linux ist nicht Windows"},"content":{"rendered":"<p>Von Felix Schwarz<\/p>\n<p>Kopiert von der Seite &#8222;<a href=\"http:\/\/www.felix-schwarz.name\/files\/opensource\/articles\/Linux_ist_nicht_Windows\/\">http:\/\/www.felix-schwarz.name\/files\/opensource\/articles\/Linux_ist_nicht_Windows\/<\/a>&#8220; <\/p>\n<p>Wenn Sie (wie ich [Anmerkung: mit &#8222;<strong>ich<\/strong>&#8220; ist hier der Autor des Artikels gemeint] ) einige Zeit in einem Linux-Forum verbringen, werden Sie letztendlich (wie ich) zunehmend ver\u00e4rgert \u00fcber die Anzahl an Nachrichten, die etwa so lauten:<\/p>\n<p><em>&#8222;Hi! Ich benutze Linux seit ein paar Tagen und es ist eigentlich gro\u00dfartig. Aber es ist eine Schande, dass [dies oder das] nicht so funktioniert wie unter Windows. Warum schreiben nicht alle Programmierer die ganze Software neu, so dass sie mehr wie Windows funktioniert? Ich bin mir sicher, dass Linux viel mehr Benutzer h\u00e4tte, wenn sie es t\u00e4ten!&#8220;<\/em>  <\/p>\n<p>Sie haben bei Ihrer Antwort vielleicht sogar jemanden angepflaumt, nur um anschlie\u00dfend von einem Linux-Neuling niedergemacht zu werden, der Ihre Antwort (basierend auf jahrelanger Erfahrung mit einem anderen Betriebssystem und ein paar Stunden Linux) so interpretiert, dass seine Idee revolution\u00e4r und brillant ist und nur Sie sie nicht m\u00f6gen, weil Sie ein &#8222;altmodischer Linux-Nutzer&#8220; sind, der GUIs f\u00fcr eine Ausgeburt des Teufels h\u00e4lt und meint, jeder sollte gezwungen werden, das CLI [&#8222;Command Line Interface&#8220;: Die Kommandozeile oder Shell, Anm. von Felix Schwarz] zu benutzen. <\/p>\n<p>Dieser Artikel zielt darauf ab, Neulingen zu erkl\u00e4ren, warum Ihre Ideen eher abgelehnt als freudig begr\u00fc\u00dft werden. <\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nZuallererst das beliebteste Argument: &#8222;Wenn Linux das t\u00e4te, w\u00fcrden viel mehr Leute von Windows zu Linux konvertieren!&#8220; <\/p>\n<p>Erlauben Sie mir etwas zu erkl\u00e4ren, das f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis von Linux fundamental ist: Die <a href=\"http:\/\/geekblog.oneandoneis2.org\/index.php?title=who_do_i_think_i_am&#038;more=1&#038;c=1&#038;tb=1&#038;pb=1\">Linux-Gemeinschaft<\/a> versucht nicht, dem durchschnittlichen Windowsbenutzer ein Ersatz-Betriebssystem anzubieten. Das Ziel von Linux ist nicht &#8222;Linux auf jedem Schreibtisch&#8220;.<br \/>\nWirklich. Es ist wirklich nicht das <a href=\"http:\/\/www.crn.com\/it-channel\/18804216\">Ziel<\/a>. Ja, beides sind Betriebssysteme. Ja, beide k\u00f6nnen f\u00fcr den gleichen Zweck eingesetzt werden. Aber das macht Linux zu einer Alternative, nicht zu einem Ersatz. Dies scheint vielleicht nur eine unbedeutende Unterscheidung zu sein, aber sie ist tats\u00e4chlich extrem wichtig. <\/p>\n<p>Linux < => Windows ist wie Motorr\u00e4der < => Autos: Beides sind Fahrzeuge, die Sie \u00fcber Stra\u00dfen von A nach B bringen. Aber sie haben unterschiedliche Formen, unterschiedliche Gr\u00f6\u00dfen, besitzen andere Steuerelemente und sie funktionieren auf v\u00f6llig verschiedene Weisen. Man kann sie nicht beliebig austauschen. Beide sind f\u00fcr gewisse Dinge besser geeignet und f\u00fcr andere weniger gut. Sie sollten das Zweckm\u00e4\u00dfigere w\u00e4hlen und nicht einfach irgendeines und von diesem erwarten, dass es alles machen kann, was das andere k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Jemand, der ein Auto f\u00e4hrt, k\u00f6nnte eines Tages in einem langen Stau stehen und ein Motorrad schnell neben sich vorbeifahren sehen. Er k\u00f6nnte die F\u00e4higkeit des Motorradfahrers beneiden, etwas zu ignorieren, das ein l\u00e4hmendes Problem f\u00fcr ein Auto darstellt. Wenn der Autofahrer dann sagen w\u00fcrde &#8222;Ich wei\u00df alles \u00fcber Autos, also muss ich auch alles \u00fcber Motorr\u00e4der wissen!&#8220;, l\u00e4ge er falsch.<br \/>\nWenn dieser Fahrer ein Motorrad kaufen w\u00fcrde und dann feststellt, dass er verwirrt w\u00e4re, dass das Gaspedal ein drehbarer Handgriff ist statt eines mit dem Fu\u00df zu bedienenden Gaspedals, k\u00f6nnte er sich beschweren, dass Motorr\u00e4der mit einem Gaspedal ausgestattet werden sollten.<br \/>\nWenn dieser Fahrer eine Frau und zwei Kinder h\u00e4tte, k\u00f6nnte er es als Mangel betrachten, dass auf dem Motorrad nur eine Person Platz findet. Er k\u00f6nnte vorschlagen, dass das Motorrad neu konstruiert werden k\u00f6nnte, so dass vier Personen Platz f\u00e4nden, mindestens aber zwei nebeneinander.<br \/>\nWenn dieser Fahrer beim Versuch zu fahren feststellen w\u00fcrde, dass er umkippt, weil er nicht daran gew\u00f6hnt ist, die Balance halten zu m\u00fcssen, k\u00f6nnte er vorschlagen, dass Motorr\u00e4der mit vier R\u00e4dern konstruiert werden sollten.<\/p>\n<p>Wenn der Fahrer feststellen w\u00fcrde, dass er sich in Kurven in der Schr\u00e4glage wiederfindet, w\u00fcrde er vielleicht vorschlagen, dass Motorr\u00e4der mit Stabilisatoren ausgestattet werden sollten, um sie in den Kurven aufrecht zu halten.<br \/>\nWenn der Fahrer sein Motorrad vor Diebstahl sch\u00fctzen wollte, k\u00f6nnte er sich beschweren, dass es keine T\u00fcren gibt, um potenzielle Diebe drau\u00dfen zu halten, so dass sein Motorrad viel leichter gestohlen werden k\u00f6nnte als ein Auto.<br \/>\nWenn der Fahrer ein Motorradhelm als Last empf\u00e4nde, k\u00f6nnte er vorschlagen, dass ein Airbag in den Lenker als Alternative zu dem l\u00e4stigen Helm eingebaut werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Und in jedem dieser F\u00e4lle w\u00fcrde er falsch liegen. Weil er denkt, dass ein Motorrad ein Auto ersetzt, meint er, es k\u00f6nne und solle alles tun, was ein Auto auch kann. Er denkt, dass es genauso funktionieren k\u00f6nnte wie ein Auto, dass &#8222;fehlende&#8220; Funktionen eines Autos einfach aufgepfropft werden k\u00f6nnten. <\/p>\n<p>In der gleichen Weise machen wohlmeinende Linux-Neulinge Vorschl\u00e4ge, wie Linux \u00e4hnlicher dem gemacht werden k\u00f6nnte, an das sie gew\u00f6hnt sind. Und sie kommen aus den gleichen Gr\u00fcnden nicht voran. Linux und Windows k\u00f6nnen beide f\u00fcr die gleichen Zwecke eingesetzt werden, aber das gleiche gilt f\u00fcr Autos &#038; Motorr\u00e4der. Das hei\u00dft aber nicht, dass direkt eines gegen das andere tauschen kann und es hei\u00dft auch nicht, dass Eigenschaften unmittelbar austauschbar sind oder sein sollten. <\/p>\n<p>Zu viele Leute denken, dass eine Migration von Windows zu Linux \u00e4hnlich sei wie ein Wechsel von BMW zu Mercedes. Sie denken, dass die Steuerungsm\u00f6glichkeiten die gleichen sein sollten, ihr Wissen direkt \u00fcbertragbar sein sollte und s\u00e4mtliche Unterschiede sollten rein kosmetisch sein. Sie denken &#8222;Ich brauche ein Auto, um eine Stra\u00dfe zu benutzen. Ich brauche ein Betriebssystem, um einen Computer zu benutzen. Autos funktionieren alle auf die gleiche Weise, daher sollten Betriebssysteme alle auf die gleiche Weise funktionieren.&#8220; Aber das stimmt nicht. &#8222;Ich brauche ein Auto, um eine Stra\u00dfe zu benutzen. Ich brauche ein Betriebssystem, um einen Computer zu benutzen. Ich wei\u00df, wie man Auto f\u00e4hrt, aber ich habe keine Ahnung von Motorr\u00e4dern. Ich wei\u00df, wie man Windows benutzt, aber ich habe keine Ahnung von Linux.  &#8211; das w\u00e4re korrekt.<br \/>\n Ein Windowsnutzer muss erkennen, dass er nur ein erfahrener Windows-Nutzer ist, nicht ein erfahrener Computer-Benutzer; genauso wie ein Autofahrer nur ein Autofahrer ist, nicht ein Alle-Stra\u00dfenfahrzeuge-Fahrer. Ein Windows-Nutzer mit Linux muss erkennen, dass er gerade wieder ein Anf\u00e4nger geworden ist, genauso wie ein Autofahrer auf einem Motorrad. Ein Windows-Nutzer muss gewillt sein zu lernen, dass es auch andere Wege gibt, eine Aufgabe zu erledigen, so wie ein Autofahrer sich daran gew\u00f6hnen muss, dass ein Lenker das Lenkrad ersetzt und ein Helm eine Notwendigkeit darstellt, obwohl er vorher nie einen brauchte. Und sie m\u00fcssen darauf vorbereitet sein zu akzeptieren, dass &#8222;unterschiedlich&#8220; nicht &#8222;schlechter&#8220; hei\u00dft. <\/p>\n<p>Diese simplen Fakten verursachen gro\u00dfe Schwierigkeiten f\u00fcr die eingeweihten Windows-Benutzer. Sie kommen zu Linux mit vielen tief verwurzelten Windowsgewohnheiten und der Einstellung &#8222;Ich wei\u00df genau, wie man einen Computer zu benutzen hat, vielen Dank.&#8220; Das Problem ist nur, dass sie genau das nicht wissen. Sie wissen nur, wie man Windows benutzt. Wenn sie mit einem anderen Betriebssystem arbeiten, k\u00f6nnen diese &#8222;power user&#8220; genau die sein, die die gr\u00f6\u00dften Probleme haben: Sie m\u00fcssen viel mehr umlernen.<\/p>\n<p>Wo ein Neuling einfach sagen w\u00fcrde &#8222;Ich wei\u00df es nicht&#8220; und anfangen w\u00fcrde, es auszuprobieren oder in Foren zu fragen, wird der Windows-Power-User sagen &#8222;Ich wei\u00df wie man das macht, ich mache nur das, das, das und dann &#8230; Es funktioniert nicht! Bl\u00f6des Betriebssystem!&#8220; Und dann werden sie sagen &#8222;Wenn erfahrene Nutzer wie ich es nicht zum Laufen bekommen, wird ein Anf\u00e4nger keine Chance haben! Linux ist nicht einmal ann\u00e4hernd f\u00fcr die Desktop-Benutzung geeignet!&#8220;. Sie erkennen nicht, dass all ihr Wissen gegen sie arbeitet und ihnen mehr Probleme bereitet als den weniger erfahrenen Nutzern. Sie haben den Fehler gemacht zu denken, dass Linux eine andere Software ist, die das gleiche macht wie Windows, wobei es in Wirklichkeit eine andere Software ist, die andere Dinge macht. Linux macht keinen schlechten Job f\u00fcr die gleichen Aufgaben, es macht einen guten Job f\u00fcr alternative Aufgaben. <\/p>\n<p>Linux ist eine Alternative zu Windows, aber kein Ersatz. Es wird niemals ein Ersatz sein, weil beide unterschiedliche Ziele haben. Microsofts Ziel ist es, ihre Software auf m\u00f6glichst vielen PCs zu haben, weil ihre Priorit\u00e4t auf Gewinn liegt. Linux hat solche Ziele nicht, weil Linux frei ist. Es hat andere Priorit\u00e4ten. <\/p>\n<p>Um das zu verstehen, muss man <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/FOSS\">FOSS<\/a>verstehen. Es ist sehr verst\u00e4ndlich, dass Linux-Anf\u00e4nger es noch nicht verstehen &#8211; sie kennen es noch nicht. Sie sind gew\u00f6hnt, an propriet\u00e4re Software zu denken. Lassen Sie es mich daher erkl\u00e4ren:<br \/>\nTypische FOSS Software wird von jemandem erstellt, der herumschaut, keine existierende Software findet, die er mag, und daher seine eigene schreibt. Weil er so ein netter Kerl ist, schmei\u00dft er anschlie\u00dfend den Quelltext ins Internet und sagt: &#8222;Bedient euch&#8220;. Er kann das machen, weil es ihn nichts kostet, die Software zu kopieren, so dass es ihn nicht mehr kostet, der ganzen Welt seine Software zu geben, als wenn er sie nur f\u00fcr sich selbst benutzen w\u00fcrde. Er erleidet keinen Nachteil dadurch, seine Software wegzugeben. <\/p>\n<p>Wichtig ist aber: Er profitiert auch nicht davon, seine Software zu ver\u00f6ffentlichen. Ob sie von einer Person oder eine Milliarde benutzt wird, macht f\u00fcr den Entwickler keinen Unterschied. Nat\u00fcrlich wird er Befriedigung dadurch bekommen, dass er ein popul\u00e4res Produkt erschaffen hat: Die Anzahl der Benutzer kann ein netter Ego-Schub sein; ein Weg, wenn Sie so wollen, &#8222;of keeping score&#8220;. Aber es bringt ihm kein Geld: Es ist FOSS.<br \/>\nWenn die Software ein Erfolg ist, interessieren sich andere Leute daf\u00fcr und helfen, sie zu verbessern. Das ist der gr\u00f6\u00dfte Vorteil von FOSS: Jeder Benutzer ist ein potenzieller Entwickler. Jeder kann mitmachen und seinen Teil dazu beitragen, damit die Software besser arbeitet, mehr macht, weniger Fehler hat. Es ist gro\u00dfartig, wenn eine Software eine Gemeinschaft von Entwicklern anzieht. Es ist gro\u00dfartig f\u00fcr die Software. Es verbessert die Software. Es bereichert den Entwickler aber nicht. Es beansprucht nur mehr von seiner Zeit.<\/p>\n<p>FOSS ist das genaue Gegenteil von Software wie Windows: FOSS dreht sich nur um die Software. Es geht nicht um die Anzahl der Endbenutzer. Software, die zwar gut funktioniert, aber nur wenige Benutzer hat, ist f\u00fcr die kommerzielle Software-Welt ein Flop, aber f\u00fcr FOSS ein Gewinn.<br \/>\nFOSS dreht sich um hochqualitative Software, Software, die Dinge TUN kann. Wenn Sie daran interessiert sind, sie zu benutzen, wird von Ihnen auch erwartet, dass Sie Zeit investieren, wie sie zu benutzen ist. Software wurde von Leuten geschrieben, die viel von ihrer Freizeit ohne pers\u00f6nlichen Gewinn investiert haben, und Ihnen kostenlos zur Verf\u00fcgung gestellt. Das Geringste, was Sie tun k\u00f6nnen, um diesen Beitrag zur\u00fcckzuzahlen ist, ein klein bisschen Ihrer eigenen Zeit zu investieren, bevor Sie sich beschweren, dass etwas nicht so funktioniert wie \u00e4hnliche Windows-Software.<br \/>\n&#8222;Ah, jetzt habe ich dich.&#8220; sagt der Anf\u00e4nger s\u00fcffisant &#8222;Es gibt Linux-Projekte mit dem Ziel, Windows zu ersetzen, und nicht nur eine Alternative zu sein.&#8220; <\/p>\n<p>Es ist leicht zu erkennen, woher diese Idee kommt. KDE und Gnome zum Beispiel bieten eine Desktopumgebung an, die deutlich Windows-\u00e4hnlicher ist als typische Linux-Windowmanager und die CLI. Linspire ist eine Distribution, die nahezu vollst\u00e4ndig auf der Idee basiert, Linux Windows-\u00e4hnlich zu machen.<\/p>\n<p>Trotzdem &#8211; paradoxerweise &#8211; st\u00fctzen diese Projekte meinen Punkt mehr als den des Anf\u00e4ngers.<\/p>\n<p>Warum? Weil diese Projekte normale FOSS-Projekte sind, die sich nur darum drehen, Software besser zu machen. Der einzige Unterschied ist, dass eine der Definitionen von Qualit\u00e4t bei diesen Projekten ist &#8222;Wie einfach kann ein Windows-Nutzer es verwenden?&#8220;.<br \/>\nSobald Sie das einbeziehen, k\u00f6nnen Sie nur zustimmen, dass dies 100% typische Linux-Projekte sind mit dem einzigen Ziel, Software besser zu machen. Diese Projekte werden von \u00fcberdurchschnittlich selbstlosen Linux-Entwicklern betrieben: Sie erschaffen keine Programme f\u00fcr ihren eigenen Nutzen, weil sie Linux sehr gut kennen. Stattdessen programmieren sie Software nur f\u00fcr den Nutzen anderer Leute: Software, die den \u00dcbergang von Windows zu Linux einfacher macht. <\/p>\n<p>Diese Entwickler haben erkannt, dass es Windows-Nutzer gibt, die zu Linux wechseln m\u00f6chten, und sie haben gro\u00dfe Anstrengungen hineingesteckt, um eine Linux-Umgebung zu erzeugen, die Windows-Nutzer angenehm vertraut finden. Aber sie haben das nicht getan, um zu versuchen, Windows zu ersetzen, obwohl das Endresultat diesen Eindruck vermitteln k\u00f6nnte. Das Endziel macht den Unterschied: Das Ziel ist nicht die Erschaffung eines Windows-Ersatzes, das Ziel ist, den \u00dcbergang von Windows-Benutzern zu Linux zu vereinfachen. <\/p>\n<p>Feindseligkeit aus der Community gegen\u00fcber diesen Projekten ist nicht ungew\u00f6hnlich. Manchmal aus rationalen, verst\u00e4ndlichen Gr\u00fcnden (&#8222;KDE ist ein Ressourcenfresser, benutze daher Fluxbox&#8220;), aber manches scheint ein irrationales, feindliches, &#8222;Windows-\u00e4hnliche Software ist schlecht&#8220; Verhalten zu sein. In Wirklichkeit ist dies aber kein Anti-MS oder Anti-Windows-Verhalten. Stattdessen ist es die viel verst\u00e4ndlichere Abneigung gegen das, was man nicht versteht. <\/p>\n<p>Der &#8218;typische&#8216; Linux-Nutzer ist ein Hobbyist: Er benutzt Computer, weil Computer Spa\u00df machen, Programmierung Spa\u00df macht, Hacking Spa\u00df macht. Und Linux ist ein weitaus besseres Betriebssystem f\u00fcr einen Hobbyhacker: Er kann es nach Belieben bis zur untersten Ebene auseinander nehmen und wieder zusammensetzen. <\/p>\n<p>Anmerkung von Felix Schwarz: Der Begriff &#8218;Hacker&#8217;\/&#8217;Hacking&#8216; sollte hier verstanden werden als &#8218;eine Person, die sich daran erfreut, ein tiefgreifendes Verst\u00e4ndnis der internen Arbeitsweise eines technischen Systems zu erlangen&#8216; (Quelle: Wikipedia). \u00c4hnlich liest sich die Definition des Chaos Computer Clubs. Demgegen\u00fcber steht der &#8218;Cracker&#8216;, der sich (h\u00e4ufig destruktiv) mit der Ausnutzung von Sicherheitsl\u00fccken besch\u00e4ftigt. <\/p>\n<p>Allerdings gibt es zurzeit unter jenen, die zu Linux kommen, einen gro\u00dfen Anteil an solchen, die weder Hobbyisten noch Hacker sind. Sie wollen einen Computer, der &#8222;einfach funktioniert&#8220;, einen Computer, der wie Windows funktioniert. Sie sind nicht daran interessiert, Linux zu konfigurieren, damit es so funktioniert, wie sie es wollen; sie wollen, dass es sofort nach dem Anschalten funktioniert. <\/p>\n<p>Und das ist auch vollkommen OK, aber aus der Perspektive eines typischen Linux-Nutzers ist das wie jemand, der ein Legoauto haben will, das bereits aufgebaut und zusammengeklebt geliefert wird, damit nichts auseinander fallen kann. Ihrem Verst\u00e4ndnis ist das total fremd. Der einzige Weg, wie sie reagieren k\u00f6nnen, ist mit einem erstaunten &#8222;Warum k\u00f6nnte irgendjemand das wollen?&#8220; <\/p>\n<p>Es ist erstaunlich. Wenn Sie ein vorgefertigtes Modellauto haben wollen, kaufen Sie sich ein Spielzeugauto. Wenn Sie ein Auto haben wollen, das Sie selbst aufbauen und auseinander nehmen k\u00f6nnen, kaufen Sie Lego. Warum sollte jemand ein Legoauto wollen, das nur als gew\u00f6hnliches Spielzeugauto verwendet werden kann? Der ganze Witz an Lego ist, dass man Spa\u00df dabei haben kann, es selbst zusammenzubauen! <\/p>\n<p>So reagiert ein typischer Linux-Nutzer auf die &#8222;Warum kann es nicht einfach funktionieren?&#8220;-Abteilung: &#8222;Wenn Sie etwas wollen, das einfach funktioniert, verwenden Sie Windows. Wenn Sie es hacken wollen, verwenden Sie Linux. Warum wollen Sie zu Linux wechseln, wenn Sie kein Interesse daran haben, Vorteile aus seiner Open-Source-Herkunft zu ziehen?&#8220; <\/p>\n<p>Die Antwort ist normalerweise, dass sie nicht wirklich zu Linux wechseln wollen. Sie wollen nur weg von Windows: Sie rennen weg vor den ganzen Viren, sie fliehen vor der Malware, sie streben danach, frei zu sein von den Beschr\u00e4nkungen, wie sie ihre bezahlte Software verwenden d\u00fcrfen, sie versuchen, den F\u00e4ngen des E.U.L.A. zu entkommen. Sie versuchen nicht, sich in Linux einzufinden, sie versuchen, von Windows wegzukommen. Linux ist schlicht und einfach die bekannteste Alternative. <\/p>\n<p>Kleine Werbeunterbrechung (Felix Schwarz): Ein Freund von mir hat mit seiner Band Ende Mai 2006 eine Platte herausgebracht. Im Gegensatz zu den meisten CDs steht die Musik unter einer freien Lizenz (CC Commons) und kann auch in Tauschb\u00f6rsen verbreitet werden. Und wem die Musik gef\u00e4llt, sollte sich auch die CD kaufen. Das beste dabei: Die K\u00fcnstler erhalten 100% der Einnahmen, haben aber auch die komplette Produktion vorfinanziert.<br \/>\nKICK ASS ROCK: Shearer<br \/>\nFr\u00fcher oder sp\u00e4ter&#8230;<\/p>\n<p>Sie k\u00f6nnten denken, &#8222;Okay, das erkl\u00e4rt, warum Entwickler keine bewussten Anstrengungen unternehmen, damit ihre Software so funktioniert wie Windows. Aber sicherlich k\u00f6nnte Linux-Software eine GUI haben, die f\u00fcr Windowsbenutzer nutzerfreundlich ist, ohne mit den FOSS-Prinzipien in Konflikt zu geraten?&#8220; <\/p>\n<p>Es gibt ein paar Gr\u00fcnde, warum das nicht der Fall ist. <\/p>\n<p>Erstens: Glauben Sie wirklich, dass jemand, der eine Software schreibt, ihr absichtlich eine <a href=\"http:\/\/geekblog.oneandoneis2.org\/index.php?title=the_great_ui_debate&#038;more=1&#038;c=1&#038;tb=1&#038;pb=1\">lausige Benutzerschnittstelle<\/a>gibt?<br \/>\nWenn jemand einen gro\u00dfen Batzen seiner Freizeit daf\u00fcr opfert, um eine Software zu schreiben, wird er die Benutzerschnittstelle (UI) so gut wie m\u00f6glich machen. Die UI ist ein sehr wichtiger Teil der Software: Es ist sinnlos, Funktionalit\u00e4t zu haben, auf die man nicht mittels einer UI zugreifen kann. Vielleicht wissen Sie es nicht, aber es gibt immer einen Grund, warum die UI so funktioniert wie sie es tut. Der Grund? Weil es die beste Oberfl\u00e4che ist, die der Programmierer schaffen konnte. <\/p>\n<p>Bevor Sie darauf bestehen, dass eine Windows-\u00e4hnliche Oberfl\u00e4che die Software besser machen w\u00fcrde, behalten diesen Punkt im Hinterkopf: Der Sch\u00f6pfer dieser Software, ein Programmierer, der per Definition weit mehr als Sie \u00fcber diese Software wei\u00df, stimmt nicht mit Ihnen \u00fcberein. Er k\u00f6nnte daneben liegen, aber <a href=\"http:\/\/linux.oneandoneis2.org\/blog\/2005\/11\/coders-interfaces.html\">die Chancen stehen schlecht<\/a>. <\/p>\n<p>Zweitens: Es GIBT bereits nette, Windowsnutzer-freundliche GUI Oberfl\u00e4chen. Mir f\u00e4llt spontan keine Funktion ein, die man nicht \u00fcber eine GUI kontrollieren k\u00f6nnte, unabh\u00e4ngig davon auf welcher Ebene. Sie k\u00f6nnen den Kernel kompilieren (make xconfig), Ihre Firewall einstellen (fwbuilder), Ihre Festplatte partitionieren (qtparted) &#8230; alles da, sch\u00f6n, interaktiv, intuitiv und benutzerfreundlich. <\/p>\n<p>Aber der &#8222;Ver\u00f6ffentlichungszyklus&#8220; von Linux ist nicht wie bei Windows. Sie bekommen nicht das fertige, hochglanzpolierte Paket von Anfang an. GUIs bringen Komplexit\u00e4t, aber keine zus\u00e4tzliche Funktionalit\u00e4t zur Software. Ein Entwickler setzt sich nicht hin und entwirft eine sch\u00f6ne GUI, die nichts tut. Er setzt sich hin und schreibt eine Software, die das tut, was er ben\u00f6tigt. <\/p>\n<p>Das erste, was eine Software tut, ist, dass sie von der Kommandozeile aus benutzbar ist. Es wird vermutlich alle m\u00f6glichen Aufrufoptionen und vielleicht eine l\u00e4ngere Konfigurationsdatei haben. So f\u00e4ngt es an, weil diese Funktionalit\u00e4t notwendig ist. Alles andere kommt sp\u00e4ter. Und selbst wenn die Software eine nette GUI hat, ist es wichtig sich zu erinnern, dass es normalerweise immer noch komplett \u00fcber die Kommandozeile und die Konfigurationsdateien gesteuert werden kann. <\/p>\n<p>Dies ist so, weil das CLI viele Vorteile bietet: Das CLI ist universell. Jedes Linux-System hat ein CLI. Jedes Programm kann von der Kommandozeile aus ausgef\u00fchrt werden. Es ist einfach, Software auf anderen Rechnern per Kommandozeile zu steuern.<\/p>\n<p>Nichts davon stimmt f\u00fcr die GUI: Einige Linux-Rechner haben kein X11 Windowsystem installiert, manche Software hat kein GUI, manche Software ist nicht von GUI-Men\u00fcs aus verf\u00fcgbar. Meist ist es nicht einfach oder praktisch, ein GUI-Werkzeug auf einem anderen Rechner zu benutzen.<\/p>\n<p>Und zuletzt k\u00f6nnen verschiedene GUI-Oberfl\u00e4chen existieren, die dieselbe Aufgabe erledigen, und niemand kann sagen, welche Sie installiert haben.<br \/>\nErinnern Sie sich also, wenn Sie fragen &#8222;Wie mache ich&#8230;?&#8220;, wird Ihnen meistens gesagt, wie Sie es mit Hilfe der Kommandozeile erledigen k\u00f6nnen. Das hei\u00dft nicht, dass es nur \u00fcber die Kommandozeile gemacht werden kann. Es zeigt einfach die relative Wichtigkeit, die die GUI w\u00e4hrend der Entwicklung eines Softwareprojekts hat verglichen mit der CLI<\/p>\n<p>Windows ist absolut GUI-zentriert. Es ist ein GUI-basiertes Betriebssystem mit einer lausigen Kommandozeile (die aber bald verbessert wird). Es gibt eigentlich keine Nicht-GUI Windows-Software. Das f\u00fchrt dazu, dass Leute meinen, eine GUI sei ein vitaler und integraler Teil einer Software. Aber unter Linux wird Software ver\u00f6ffentlicht, sobald sie funktionsf\u00e4hig ist. Erst nachdem sie stabil und relativ fehlerfrei sowie einiges an Funktionalit\u00e4t zu bieten hat, ist es sinnvoll, eine GUI hinzuzuf\u00fcgen.<\/p>\n<p>Versuchen Sie, Software ohne eine hilfreiche GUI als Vorschau (&#8222;sneak preview&#8220;) anstatt als fertiges Produkt zu sehen. FOSS ist sehr selten nur &#8222;fertig&#8220;, sie wird immer verbessert. Mit der Zeit wird sie benutzerfreundlich gemacht. Aber meistens ist es wichtiger, die Software funktionsf\u00e4hig zu machen anstatt sie nur \u00e4u\u00dferlich zu versch\u00f6nern. Seien Sie froh, dass Sie die Funktionalit\u00e4t lange vor allen Warmduschern bekommen haben, die eine gute GUI brauchen, anstatt die Software von morgen bereits heute zu verlangen. FOSS ist mehr ein Weg als ein Ziel.<\/p>\n<p>Das letzte, was Sie im Kopf behalten sollten, ist, dass GUIs f\u00fcr Software oft separate Programme sein werden. Sie k\u00f6nnten sogar komplett unabh\u00e4ngig vom originalen Programm, von v\u00f6llig anderen Entwicklern programmiert werden. Wenn Sie eine GUI wollen, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es zwei getrennte Installationen sein werden, statt alles in einem St\u00fcck zu haben. <\/p>\n<p>Das bedeutet zugegebenerweise, dass es einen zus\u00e4tzlichen Schritt gibt, um das schwer fassbare &#8222;Windows-m\u00e4\u00dfige&#8220; GUI-Verhalten zu bekommen, aber sollte nicht davon ablenken, dass Sie jetzt sofort fast alles \u00fcber eine sch\u00f6ne Windows-\u00e4hnliche Oberfl\u00e4che machen k\u00f6nnen. Merken Sie sich nur: Eine GUI ist normalerweise der LETZTE Schritt, nicht der erste. Linux bevorzugt das Aussehen nicht gegen\u00fcber der Funktion. <\/p>\n<p>Drittens: Linux wurde ganz bewusst f\u00fcr den gut informierten, erfahrenen Nutzer gebaut statt f\u00fcr den ungebildeten Anf\u00e4nger. Aus zwei Gr\u00fcnden:<br \/>\nUnwissenheit mag ein Segen sein, aber nur f\u00fcr kurze Zeit. Wissen ist ewig. Es mag Tage, Wochen oder Monate dauern, um Ihren Wissenstand vom &#8222;Linux-Anf\u00e4nger&#8220; zum &#8222;durchschnittlichen Linux-Benutzer&#8220; zu heben, aber wenn es einmal da ist, haben Sie noch viele Jahre der Linuxnutzung vor sich.<\/p>\n<p>Viel Code zu erzeugen, um Software einfacher f\u00fcr Neulinge zu machen, w\u00e4re so als ob man immer St\u00fctzr\u00e4der an Fahrr\u00e4dern anbringen w\u00fcrde. Es w\u00e4re einfacher f\u00fcr den Start, aber danach?<\/p>\n<p>Ich bin mir sicher, dass Sie jetzt kein Fahrrad mit St\u00fctzr\u00e4dern kaufen w\u00fcrden. Und zwar nicht, weil Sie ein &#8222;anti-user-friendly&#8220; Freak sind. Nein, einfach weil es f\u00fcr Sie nutzlos w\u00e4re und auch nutzlos f\u00fcr alle au\u00dfer Anf\u00e4nger, St\u00fctzr\u00e4der w\u00fcrden Sie nur st\u00f6ren.<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig wie gut Software ist, sie ist immer nur so gut wie der Benutzer. Die sicherste T\u00fcr der Welt ist kein Hindernis f\u00fcr Diebe, wenn Sie das Fenster offen, die T\u00fcr unverschlossen oder die Schl\u00fcssel im Schloss lassen. Selbst mit dem besten Motor der Welt w\u00fcrden Sie nicht weit kommen, wenn Sie Diesel anstatt Benzin einf\u00fcllen.<\/p>\n<p>Linux legt alle Macht in die H\u00e4nde der Benutzer. Das beinhaltet die Macht, es kaputt zu machen. Keiner gewinnt in dieser Situation. Der einzige Weg, dass Linux weiterhin gut arbeitet, ist, genug zu lernen, um zu wissen, was Sie tun. Wenn man es einem Nutzer einfacher macht, an Funktionen herumzudoktern, die er nicht versteht, ist es nur wahrscheinlicher, dass er zuf\u00e4llig etwas kaputt machen wird.<\/p>\n<p>Viertens: Wo haben Sie im Text oberhalb einen Weg gesehen, dass FOSS \u00fcberhaupt davon profitieren w\u00fcrde, wenn es viele typische Windowsnutzer anziehen w\u00fcrde? <\/p>\n<p>Nehmen Sie sich Zeit, lesen Sie es noch einmal, wenn Sie m\u00f6gen. Ich werde warten. <\/p>\n<p>Die Richtschnur von Linux und FOSS ist, &#8222;gute Software zu machen&#8220;. Es geht nicht um &#8222;Windows-ersetzende Software herstellen&#8220;. Das einzige, das eine Horde typischer Windowsnutzer zu Linux beitragen wird, sind Beschwerden. \u00dcber was werden sie sich beschweren? &#8222;Es funktioniert nicht wie Windows.&#8220; <\/p>\n<p>Nein, tut es nicht. Wenn es wie Windows funktionieren w\u00fcrde, w\u00fcrde Linux besch***** sein. Es w\u00e4re eine minderwertige Kopie, die niemand verwenden w\u00fcrde. Der Grund, warum Leute Linux so leidenschaftlich m\u00f6gen, ist, dass es nicht so funktioniert wie Windows. Es nimmt nicht an, dass Sie ein ewig ungebildeter Anf\u00e4nger sind, es versteckt nicht seine Abl\u00e4ufe und Mechanismen vor Ihnen.<br \/>\nWindows chauffiert sie herum; Linux gibt Ihnen die Schl\u00fcssel in die Hand und setzt Sie auf den Fahrersitz. Wenn Sie nicht fahren k\u00f6nnen, ist das Ihr Problem. Und Ihr Fehler. Viele Leute werden Ihnen helfen, wenn Sie fragen. Und wenn Sie einen Vorschlag machen, wie etwa einen Tempomaten einzubauen, k\u00f6nnten Sie auch irgendwohin kommen: Es bel\u00e4sst die Kontrolle beim Fahrer, aber nimmt ihm ein paar Dinge ab. Aber sie werden sehr schnell abgefertigt, wenn Sie versuchen, jeden zu \u00fcberzeugen, dass Linux wirklich, wirklich einen Chauffeur braucht.<\/p>\n<p>&#8222;Aber Linux w\u00fcrde so viel etablierter!&#8220;, schreit der Anf\u00e4nger. <\/p>\n<p>Das k\u00f6nnte sein. Aber wie viele Linux-Entwickler w\u00fcrden profitieren, wenn Linux etablierter w\u00fcrde? Linux ist frei im Sinne von Freibier. Keiner der Leute, die Linux erschaffen haben, profitiert davon, dass es eine gr\u00f6\u00dfere Benutzerzahl hat. Keiner der Leute in den Linux-Foren profitiert davon, dass Linux eine gr\u00f6\u00dfere Benutzerzahl hat. Linux&#8216; Ziel ist nicht &#8222;eine gro\u00dfe Benutzerzahl zu bekommen&#8220; &#8211; das ist das Ziel propriet\u00e4rer Software. <\/p>\n<p>Anmerkung von Felix Schwarz: Erfahrene Anh\u00e4nger freier Software wird folgende Aussage bekannt vorkommen: &#8222;Freie Software muss frei sein im Sinne von Freiheit und nicht wie Freibier.&#8220; Der Kern freier Software liegt also in der Freiheit, nicht darin, dass sie u.U. kostenlos abgegeben wird. Im vorangegangenen Absatz wird aber von monet\u00e4ren Anreizen gesprochen und de facto wird die meiste freie Software kostenlos angeboten. Insofern ist Linux auch frei im Sinne von Freibier. Da dieser Begriff im Originalartikel genauso benutzt wurde, m\u00f6chte ich die Begrifflichkeit hier nicht \u00e4ndern. Ich pers\u00f6nlich h\u00e4tte allerdings aber auch eine andere Formulierung wie z.B. &#8222;kostenlos&#8220; verwendet, um falsche Assoziationen zu vermeiden. <\/p>\n<p>Linux&#8216; Ziel ist es, ein wirklich gutes Betriebssystem zu schaffen. Die Entwickler sind besch\u00e4ftigt mit dem Hinzuf\u00fcgen neuer Funktionen, dem Entfernen von Fehlern und der Verbesserung bestehender Implementierungen. Sie besch\u00e4ftigen sich nicht damit, Plakatwerbung aufzuh\u00e4ngen, wie gut ihr Zeug ist. Das sollte Ihnen etwas dar\u00fcber sagen, wo ihre Priorit\u00e4ten liegen. <\/p>\n<p>Und schauen Sie, was dieser Ansatz mit Linux&#8216; Benutzerbasis getan hat: Es hat sie vergr\u00f6\u00dfert. Linux begann winzig und ist riesig geworden. Der Grund, warum Linux so gro\u00dfen Anklang gefunden hat? Weil der Fokus immer auf der Qualit\u00e4t lag. Die Benutzer, die von Linux angezogen wurden, wollten Freiheit und Qualit\u00e4t, die nur FOSS Ihnen geben kann. Linux wurde gro\u00df, weil es sich nicht darum k\u00fcmmerte, wie gro\u00df es wurde. Entwickler waren nur damit besch\u00e4ftigt, dass es funktioniert und zwar gut funktioniert, und so zogen sie Benutzer an, die ein Betriebssystem wollten, das funktioniert und zwar gut funktioniert. <\/p>\n<p>Wenn man all das pl\u00f6tzlich wegwerfen w\u00fcrde und sich statt dessen darauf konzentrierte, sich darauf zu konzentrieren, dass Linux Windows ersetzt, w\u00fcrde dies genau die Sache zerst\u00f6ren, die Linux zu dem gemacht hat, was es heute ist. Es gibt da drau\u00dfen Firmen, die Linux&#8216; Wachstum sehen und daran verdienen m\u00f6chten. Sie sind frustriert \u00fcber die GPL, die es ihnen sehr schwer macht, Linux zu Microsoft-Preisen zu verkaufen. &#8222;Linux wird sterben, wenn es so offen bleibt,&#8220; sagen sie, &#8222;weil niemand Geld damit machen kann.&#8220; <\/p>\n<p>Sie erkennen nicht, dass mit einem propriet\u00e4ren Linux die Gans geschlachtet w\u00fcrde, die die goldenen Eier legt. Linux wurde gro\u00df, weil es FOSS war und niemand versuchte, es zu einem Windows-Ersatz zu machen. Linux gedeiht, weil es Windows von einer Seite angreift, wo Microsoft es niemals besiegen kann: Offenheit und Qualit\u00e4t. <\/p>\n<p>F\u00fcr die meisten Windowsnutzer ist Linux eine schlechtere Windowskopie. Es hat weniger offensichtliche Funktionalit\u00e4t, weniger Integration und viel mehr Komplexit\u00e4t. Diese Art von Nutzern sieht Linux als ein schlechtes Betriebssystem. Und das ist richtig: Es erf\u00fcllt nicht ihre Bed\u00fcrfnisse. Ihre Bed\u00fcrfnisse sind ein Betriebssystem, das sehr einfach zu verwenden ist und alles tut, ohne dass sie etwas lernen m\u00fcssten. <\/p>\n<p>Windows wurde erschaffen f\u00fcr nicht technikkundige Nutzer. Unter diesen Nutzern ist die Wahrnehmung weit verbreitet, dass Linux schwer zu benutzen sei. Das ist nicht der Fall, aber es ist ein verst\u00e4ndliches Missverst\u00e4ndnis. <\/p>\n<p>Linux ist tats\u00e4chlich erfreulich einfach zu benutzen. Wirklich. Es ist wirklich einfach zu benutzen. Der Grund, warum es nicht so wahrgenommen wird? Weil der Ausdruck &#8222;einfach zu benutzen&#8220; so weit deformiert wurde. Im allt\u00e4glichen Sprachgebrauch hei\u00dft &#8222;einfach zu benutzen&#8220; heute &#8222;es ist einfach etwas zu tun, ohne vorher zu wissen, wie es zu machen ist&#8220;. Aber das ist nicht wirklich &#8222;einfach zu benutzen&#8220;, oder? Das ist &#8222;es ist einfach herauszufinden&#8220;. Das ist wie der Unterschied zwischen: <\/p>\n<p>Ein Tresor mit einem Zettel dar\u00fcber, auf dem steht &#8222;Sie \u00f6ffnen diesen Tresor, indem Sie das Rad zur 32 drehen, dann 64, dann 18, dann 9 und dann den Schl\u00fcssel umdrehen und die Klinke nach unten dr\u00fccken.&#8220; <\/p>\n<p>und <\/p>\n<p>Ein Auto kann ge\u00f6ffnet werden, indem man auf der Fernbedienung den &#8222;\u00d6ffnen&#8220;-Knopf dr\u00fcckt.<\/p>\n<p>Es ist weit einfacher, das Auto zu \u00f6ffnen, richtig? Ein Knopf irgendwo in der N\u00e4he des Autos im Gegensatz zu sehr spezifischen Drehungen. Aber es ist einfacher f\u00fcr jemanden, der nicht wei\u00df, wie beide zu \u00f6ffnen sind, den Tresor zu \u00f6ffnen als das Auto: Der Tresor besitzt klare Instruktionen, w\u00e4hrend das Auto nur Kn\u00f6pfe hat, die nicht mal am Auto direkt zu finden sind. <\/p>\n<p>Mit Linux ist es genauso. Es ist einfach zu benutzen, wenn Sie wissen wie. Es ist einfach zu benutzen, aber nicht immer einfach zu lernen. Nur wenn Sie willens sind, Zeit in das Lernen von Linux zu investieren, werden Sie es einfach finden. Je weiter Sie eine Aufgabe in einfache Schritte zerlegen, umso mehr Schritte m\u00fcssen Sie machen, um diese Aufgabe zu bewerkstelligen. <\/p>\n<p>Nehmen wir als wirklich einfaches Beispiel, diese beliebige \u00dcbung: Sie wollen f\u00fcnf Zeilen (Abs\u00e4tze) aus der Mitte eines Textdokuments ans Ende verschieben. <\/p>\n<p>In MS Word, MS WordPad oder MS Notepad, alles &#8222;benutzerfreundliche&#8220; Windows Texteditoren, der schnellste Weg, dies zu tun, ist:<br \/>\n &#8211; Strg-Shift-Runter<br \/>\n &#8211; Strg-Shift-Runter<br \/>\n &#8211; Strg-Shift-Runter<br \/>\n &#8211; Strg-Shift-Runter<br \/>\n &#8211; Strg-Shift-Runter<br \/>\n &#8211; Strg-X<br \/>\n &#8211; Strg-Ende<br \/>\n &#8211; Strg-V<br \/>\n(Angenommen, Sie verwenden die Tastatur, ansonsten diverse Mausklicks und ein verl\u00e4ssliches Autoscrolling, um den Text nach unten zu ziehen.) <\/p>\n<p>Mit vi allerdings machen Sie:<br \/>\n &#8211; d5d<br \/>\n &#8211; Shift-g<br \/>\n &#8211; p <\/p>\n<p>(Oder wenn Sie vi wirklich gut kennen, wird &#8222;:1,5m$&#8220; auch funktionieren!)<\/p>\n<p>Anmerkung von Felix Schwarz: Verschiedene Leser haben berichtet, dass die obige vi-Befehlsfolge &#8222;:1,5m$&#8220; nicht korrekt ist. Das angegebene Kommando w\u00fcrde die Zeilen 1-5 an das Textende verschieben. Richtig w\u00e4re hier &#8222;:.,.+4m$&#8220; (Karsten W. erkl\u00e4rt: &#8222;. steht f\u00fcr die aktuelle Zeile, .+4 entsprechend f\u00fcr aktuelle +4, also steht .,.+4 f\u00fcr 5 Zeilen mitten im Dokument.&#8220;). Vielen Dank an J\u00fcrgen B. und Karsten W.. <\/p>\n<p>Vi, der so &#8222;benutzer-unfreundlich&#8220; ist, wie es nur geht, schl\u00e4gt Microsofts Produkte um L\u00e4ngen. Warum? Weil vi f\u00fcr Funktionalit\u00e4t entworfen wurde, w\u00e4hrend Microsoft versucht, &#8222;benutzerfreundlich&#8220; zu sein. Microsoft bricht alles in einfache Schritte runter und daher braucht es weit mehr Schritte, um die gleiche Aufgabe zu erf\u00fcllen. <\/p>\n<p>Dadurch ist vi deutlich schneller und einfacher zu benutzen f\u00fcr fast alle Aufgaben zum \u00c4ndern von Text. Zumindest so lange, wie Sie wissen, wie es zu benutzen ist. Wenn Sie nicht wissen, dass &#8222;d5d&#8220; hei\u00dft &#8222;Packe f\u00fcnf Textzeilen in den Puffer und l\u00f6sche sie aus dem Text&#8220;, werden Sie Schwierigkeiten haben, vi zum Funktionieren zu bringen. Aber WENN Sie es wissen, dann kommen Sie mit vi am schnellsten zum Ziel. <\/p>\n<p>Wenn irgendein Anf\u00e4nger sieht, wie schnell und einfach ein erfahrener vi-Benutzer Dinge tun kann, wird er bereitwillig zustimmen, dass vi Word f\u00fcr das \u00c4ndern von Text \u00fcberlegen ist. Anschlie\u00dfend versucht er es selbst. Er startet vi und erh\u00e4lt einen Bildschirm voller &#8222;~&#8220;s und wenn er tippt, erscheint nichts auf dem Schirm. <\/p>\n<p>Er findet etwas heraus \u00fcber die Texteingabe- und Kommando-Modi und versucht, vi mit einem begrenzten Wissen seiner Funktionen zu verwenden. Er k\u00e4mpft, weil es so viele Dinge gibt, die er lernen muss, bevor er vi zum Funktionieren bringen kann. Dann beschwert er sich &#8222;vi w\u00e4re so viel besser, wenn es so einfach zu benutzen w\u00e4re wie Word!&#8220; <\/p>\n<p>Aber das tats\u00e4chliche Problem ist &#8222;Ich wei\u00df nicht, wie man vi benutzt und ich habe keine Lust, es zu lernen.&#8220; Aber das w\u00fcrde hei\u00dfen, dass es sein Problem w\u00e4re, daher wirft er es der Software vor. Ungeachtet der vielen tausend Leute, die vi ohne jedes Problem nutzen: Es ist zu schwer zu benutzen und muss ge\u00e4ndert werden! <\/p>\n<p>Und glauben Sie mir, wenn er einen Texteditor schaffen k\u00f6nnte, der so &#8222;benutzerfreundlich&#8220; wie Word und so funktional wie vi ist, w\u00fcrde er nur mit Beifall empfangen werden. Vermutlich w\u00fcrde er sogar den Nobelpreis f\u00fcr Herausragende Intelligenz bekommen, weil niemand bisher dazu in der Lage war. Aber nur Jammern dar\u00fcber, dass vi schwer zu benutzen ist, wird mit Hohn begegnet, weil es kein Problem mit vi ist, sondern ein Problem mit ihm. <\/p>\n<p>PEBKAC illustration from UserFriendly.org<\/p>\n<p>Von UserFriendly.org Copyright \u00a9 2004 J.D. &#8222;Illiad&#8220; Frazer.<\/p>\n<p>Es ist, als ob man da Vincis Pinsel kaufen und sich dann dar\u00fcber beschweren w\u00fcrde, dass man immer noch nicht malen kann. Der Pinsel war es nicht, der die Mona Lisa gemacht hat, es war die F\u00e4higkeit des K\u00fcnstlers. Der Pinsel ist ein Werkzeug, das auf die F\u00e4higkeiten des Benutzers angewiesen ist. Es gibt keinen anderen Weg, diese F\u00e4higkeiten zu bekommen au\u00dfer \u00dcbung.<\/p>\n<p>Das gleiche gilt f\u00fcr vi. Das gleiche gilt f\u00fcr viele Linux-Programme, \u00fcber die neue Benutzer sich beschweren, dass sie &#8222;zu schwer&#8220; oder &#8222;nicht intuitiv genug&#8220; sind, ganz gleich ob sie \u00fcber einen Texteditor, einen Paketmanager oder die Kommandozeile selbst meinen.<\/p>\n<p>Bevor Sie darauf beharren, dass etwas in Linux verbessert werden muss, gibt es eine wichtige Frage: &#8222;Haben erfahrene Benutzer ein Problem damit?&#8220; <\/p>\n<p>Wenn die Antwort &#8222;Nein&#8220; lautet, liegt das Problem bei Ihnen. Wenn andere Leute es erfolgreich verwenden, warum k\u00f6nnen Sie das nicht? Haben Sie sich die Zeit genommen, um die Benutzung zu lernen? Oder haben Sie erwartet, dass es f\u00fcr Sie funktioniert, direkt nach dem Wort &#8222;Start&#8220;?<br \/>\n&#8222;Benutzerfreundlichkeit&#8220; und &#8222;reine Funktionalit\u00e4t&#8220; schlie\u00dfen sich aus. All die kleinen Kn\u00f6pfe und Drop-Down-Men\u00fcs, die wichtig sind, um eine Software einfach benutzbar zu machen, sind nur Hindernisse, die dem erfahrenen Benutzer im Weg sind. Ein anderes Beispiel soll diesen Unterschied verdeutlichen: Man kann einen Weg von A nach B finden, indem man Karte und Kompass benutzt oder einfach den Stra\u00dfenschildern folgt. Letztlich wird man auch immer zum Ziel kommen, indem man den Schildern folgt, aber es wird doppelt so lange dauern, als wenn man den direkten Weg kennen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Wenn ich den Wert einer Formel in Excel einf\u00fcgen will, muss ich das \u00fcber das Men\u00fc Bearbeiten->Einf\u00fcgen->Spezial->Wert einf\u00fcgen tun. Ich will mich nicht durch all diese sch*** Men\u00fcs, Untermen\u00fcs und Dialogboxen durchklicken. Ich will einfach in der Lage sein, es zu tun. Um nicht ungerecht zu sein: Wenn ich die Tastenk\u00fcrzel neu belegen und einige Makros aufzeichnen w\u00fcrde, kann ich Excel und Word dazu bringen, die meisten Dinge mit einem Mausklick zu machen. <\/p>\n<p>Aber das ist nicht wirklich benutzerfreundlich, oder? Es zwingt den Benutzer immer noch dazu, eine Menge in die Software zu investieren. Linux fordert von Ihnen, dass Sie Zeit aufwenden, um die bestehenden Funktionalit\u00e4t zu lernen. Bei &#8222;benutzerfreundlicher&#8220; Software m\u00fcssen Sie Zeit aufwenden, um die Funktionalit\u00e4t zu erzeugen. <\/p>\n<p>Wenn das der Weg ist, den Sie bevorzugen, ist das in Ordnung, machen Sie weiter und tun Sie es auf diesem Weg. Aber verlieren Sie nie aus dem Auge, dass der Fehler in Ihrer Ignoranz liegt und nicht in der Software selbst. Alle Linux-Software ist h\u00f6chst einfach zu benutzen, wenn Sie einmal wissen, wie sie zu verwenden ist. Wenn Sie es nicht wissen, wird es nicht einfach sein und das ist nicht der Fall, weil die Software fehlerhaft ist.<\/p>\n<p>Jetzt k\u00f6nnten Sie ein Gef\u00fchl bekommen, dass Linux ein Gesinnungsproblem hat. Es will keine Benutzer, es will nicht das Leben f\u00fcr seine Nutzer einfacher machen&#8230; es ist nur f\u00fcr snobistische l33t h4xx0r5! <\/p>\n<p>Nichts k\u00f6nnte ferner von der Wahrheit entfernt sein. Nat\u00fcrlich will Linux Benutzer haben! Und nat\u00fcrlich will es nicht Dinge schwierig machen. Ganz im Gegenteil: Schwierig zu bedienende Software ist per Definition schlechte Software.<br \/>\nAber Sie m\u00fcssen erkennen, dass Linux&#8216; Definitionen andere sein k\u00f6nnten als Ihre und auch andere als die der &#8222;traditionellen&#8220; propriet\u00e4ren Softwarekultur.<\/p>\n<p>Linux will Benutzer, die Linux wollen. Und das umfasst nicht nur den Namen. Es meint alles: Die freie Open-Source-Software, die F\u00e4higkeit, an der Software zu basteln, die M\u00f6glichkeit, auf dem Fahrersitz zu sitzen, totale Kontrolle zu haben. <\/p>\n<p>Das ist, was Linux ist. Das ist, worum es geht. Leute migrieren zu Linux, weil Sie Viren, BSODs [&#8222;Blue Screen of Death&#8220;, der blaue Bildschirm, wenn Windows komplett abgest\u00fcrzt ist, Anm. von Felix Schwarz] und Spyware leid sind. Das ist verst\u00e4ndlich. Aber diese Leute wollen nicht Linux. Sie wollen eigentlich nur Windows ohne die Fehler. Sie wollen nicht wirklich Linux. Warum sollte Linux also sie wollen? <\/p>\n<p>Aber wenn sie Linux wegen der Viren und Spyware ausprobieren und dann entscheiden, dass sie die Idee eines Betriebssystems lieben, das sie kontrollieren&#8230; Dann wollen Sie Linux um seiner selbst willen. Und das ist der Punkt, an dem Linux auch sie will.<br \/>\nBevor Sie entscheiden, ob Sie zu Linux wechseln wollen, fragen Sie sich &#8222;Warum will ich wechseln?&#8220; <\/p>\n<p>Wenn die Antwort ist &#8222;Ich will ein Betriebssystem, das die ganze Macht in die H\u00e4nde des Benutzers legt und von ihm erwartet, dass er wei\u00df, wie sie zu gebrauchen ist.&#8220;: Holen Sie sich Linux. Sie werden eine gro\u00dfe Menge Zeit und M\u00fche investieren, bevor Sie bekommen, was Sie wollen, aber dann werden Sie schlie\u00dflich belohnt mit einem Computer, der genauso so arbeitet, wie Sie es wollen.<br \/>\nABER&#8230; <\/p>\n<p>Wenn die Antwort lautet &#8222;Ich will Windows ohne die Probleme&#8220;: Machen Sie eine saubere Installation von Windows XP SP2, installieren Sie eine gute Firewall, installieren Sie ein gutes Anti-Viren-Programm, benutzen Sie niemals den IE zum Browsen im Web, aktualisieren Sie regelm\u00e4\u00dfig Ihr System, starten Sie nach jeder Software-Installation neu und lesen Sie etwas \u00fcber gute Sicherheitsregeln. Ich habe Windows selbst benutzt von 3.1 \u00fcber 95, 98, NT und XP und hatte nicht einmal einen Virus oder Spyware oder wurde gehackt. Windows kann ein sicheres und stabiles Betriebssystem sein, aber es ist auf Sie angewiesen, damit es so bleibt. <\/p>\n<p>Wenn die Antwort lautet &#8222;Ich will einen Ersatz f\u00fcr Windows ohne die Probleme&#8220; : Kaufen Sie einen Apple Mac. Ich habe wundervolle Dinge \u00fcber MacOS X &#8222;Tiger&#8220; geh\u00f6rt und sie haben Hardware, die gut aussieht. Es wird Sie einen neuen Computer kosten, aber damit werden Sie bekommen, was Sie wollen. <\/p>\n<p>In beiden F\u00e4llen wechseln Sie nicht zu Linux. Sie werden entt\u00e4uscht sein sowohl von der Software als auch von der Community. Linux ist nicht Windows.<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/p>\n<p>Dies ist eine deutsche \u00dcbersetzung von Felix Schwarz (Homepage: <a href=\"http:\/\/www.felix-schwarz.name\">www.felix-schwarz.name<\/a>) unter tatkr\u00e4ftiger Mithilfe einiger Leser (s.u.). Ich habe mich bem\u00fcht, Formulierungen m\u00f6glichst weitgehend zu \u00fcbernehmen und die Tonalit\u00e4t zu Originalartikels zu treffen. Wo mir das nicht gelungen ist oder bessere \u00dcbersetzungen existieren, bitte ich um eine Mail mit Verbesserungsvorschl\u00e4gen. Der eigentliche Artikel wurde inhaltlich nicht ver\u00e4ndert, nur an einigen Stellen, die besonders h\u00e4ufig Missverst\u00e4ndnisse hervorriefen, habe ich besonders gekennzeichnete Kommentare angebracht. <\/p>\n<p>Der Originalartikel ist nur noch bei archive.org zu finden. Im Folgenden ist mit &#8222;ich&#8220; der urspr\u00fcngliche Autor Dominic Humphries gemeint. <\/p>\n<p>Weiterhin m\u00f6chte ich noch folgenden Autoren meine Ehre erweisen, deren Unterst\u00fctzung dies Endprodukt nicht h\u00e4tte entstehen k\u00f6nnen:<\/p>\n<p>\u00c4nderungen<br \/>\n 08.12.2007 kleine Grammatikfehler ausgebessert (Dank an fuesika und Wilhelm Kweton), tote Links korrigiert (Dank an Marek Macioschek, David Sieg und Daniel Schmid f\u00fcr die Hinweise)<br \/>\n 14.10.2007 kleine Satzkorrekturen (Dank an Thomas Fiedler und Edgar Hoffmann), Erkl\u00e4rungen englischer Akronyme wie CLI und BSOD auf Anregung von Thomas Fiedler, weitere Anmerkung zu vi-Befehlen hinzugef\u00fcgt.<br \/>\n 01.10.2007 Link auf deutsche Lizenzseite, korrigierter Link auf Original-Blog (Dank an Tobias Hobmeier)<br \/>\n 26.09.2007 diverse Fehlerbeseitigungen und Verbesserungen der \u00dcbersetzung (Dank an Heiko Kempe, Ralph Jud, Ute K\u00f6ster und Miriam Kuethe)<br \/>\n 23.09.2007 Verbesserung der \u00dcbersetzung &#8222;gutaussehend&#8220; (Dank an Sebastian Linke)<br \/>\n 26.08.2007 Verbesserung der \u00dcbersetzung: Maschine -> Motor (Dank an Nico)<br \/>\n 03.07.2007 bessere Formulierung bei Motorrad-&#8222;Schieflage&#8220; (Dank an Uwe Walter)<br \/>\n 11.06.2007 weitere Fehlerbeseitigungen (Dank an Dominik Geyer und Wolfgang Seebacher), Anmerkung zu Hackern und Crackern auf Anregung von Dennis Brakhane hinzugef\u00fcgt.<br \/>\n 24.01.2007 richtiger vi-Befehl (Dank an J\u00fcrgen B., Karsten W.), bessere Formulierung (Dank an Peter Henning), Anmerkung zu Freibier<br \/>\n 28.11.2006 diverse Korrekturen (Dank an Bruno Holliger, Thomas Schneider, Sebastian Restel)<br \/>\n 27.08.2006 &#8222;St\u00fcck Software&#8220; ist Denglisch (Dank an Danny Tank)<br \/>\n 18.08.2006 Korrekturen im Satzbau (Dank an Jon Kowal)<br \/>\n 05.08.2006 ein paar Fehler beseitigt (Dank an Norman Steinbach)<br \/>\n 25.07.2006 diverse Rechtschreibfehler beseitigt (Dank an Jacqueline D\u00fcrr und insbesondere Andreas Drop)<br \/>\n 17.06.2006 Tippfehler verbessert (Dank Sebastian Wagner)<br \/>\n 13.06.2006 kleine Rechtschreibkorrekturen (Dank an anonymous und Timo Taglieber)<br \/>\n 05.06.2006 kleiner Rechtschreibfehler beseitigt<br \/>\n 04.06.2006 kleiner Rechtschreibfehler beseitigt (Dank an Robert).<br \/>\n 03.06.2006 kleinere Rechtschreibfehler beseitigt (Dank an Stefan Schoenemann), Link auf Originalartikel angepasst.<br \/>\n 17.05.2006 diverse englische Originalpassagen gel\u00f6scht, kleine Satz\u00e4nderung auf Grund eines Hinweises von Christian Rumpf)<br \/>\n 12.04.2006 zahlreiche Verbesserungen der \u00dcbersetzung (gro\u00dfen Dank an David W\u00fchrer)<br \/>\n 12.04.2006 kleine Satz\u00e4nderung (Dank an Edward von Flottwell)<br \/>\n 22.03.2006 Link auf deutsche Wikipedia ge\u00e4ndert (Dank an anonymous)<br \/>\n 15.01.2006 kleine Korrekturen und Verbesserungen (Dank an Jessica Campbell)<br \/>\n 12.01.2006 initiale \u00dcbersetzung<\/p>\n<p>This work is copyright and belongs to Dominic Humphries. It may be redistributed under a Creative Commons License. This page&#8217;s URL must be supplied in attribution. <\/p>\n<p>Hans-J. Ullrich (Ullrich-IT-Consult, admin)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Felix Schwarz Kopiert von der Seite &#8222;http:\/\/www.felix-schwarz.name\/files\/opensource\/articles\/Linux_ist_nicht_Windows\/&#8220; Wenn Sie (wie ich [Anmerkung: mit &#8222;ich&#8220; ist hier der Autor des Artikels gemeint] ) einige Zeit in einem Linux-Forum verbringen, werden Sie letztendlich (wie ich) zunehmend ver\u00e4rgert \u00fcber die Anzahl an Nachrichten, die etwa so lauten: &#8222;Hi! Ich benutze Linux seit ein paar Tagen und es [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[37],"tags":[],"class_list":["post-81","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-betriebssysteme"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ccpeine.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/81","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ccpeine.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ccpeine.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ccpeine.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ccpeine.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=81"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.ccpeine.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/81\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ccpeine.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=81"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ccpeine.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=81"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ccpeine.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=81"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}